Schulungsbeschreibung

Diese Seite enthält eine Beschreibung des Schulungsprogramms (zurück zur Schulungsübersicht):
Gesundheitstraining der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehem. BfA) - Curriculum Koronare Herzkrankheit

Allgemeine Angaben

Zusammenfassung

Autoren Autoren bzw. Herausgeber des Programms

Autoren der aktuellen Fassung 2010:
G. Haug, R. Altstidl
Reha-Zentrum Bayerisch Gmain
Deutsche Rentenversicherung Bund

B. Schwaab, G. Mosler
Klinik Höhenried
Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

K. Meng, B. Seekatz
Universität Würzburg

Autoren der 1. Fassung 2003:
I.W. Franz und Schulungsteam,
Rehabilitationsklinik Wehrawald, Todtmoos

Kurzbeschreibung Die zentralen Informationen zur Schulung auf einen Blick.

Zielgruppe des Schulungscurriculum "Koronare Herzkrankheit" sind Patienten mit koronarer Herzkrankheit. Ziel ist die Vermittlung eines mehrdimensionalen Krankheitsverständnisses. Der Patient soll unterstützt werden, informierte Entscheidungen bezüglich seiner Krankheit und Behandlung treffen zu können.

Die Schulung kann sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting stattfinden. Wichtige Inhalte der Schulung sind Störungen der Herz-Kreislauffunktion und Risikofaktoren, Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, Umgang mit der Erkrankung im Alltag sowie Verhaltensempfehlungen und Lebensstiländerungen. Das Programm ist auf 5 Unterrichtseinheiten konzipiert und für max. 15 Teilnehmer empfohlen. Im Schulungsteam sollten Ärzte, Psychologen und Bewegungstherapeuten vertreten sein.

Schlagwort Die Keywords, unter denen die Schulung eingeordnet ist.

Herz-Kreislauferkrankungen, KHK, kardiovaskuläre Erkrankungen

Bezugsquellen und -bestimmungen

Bezug Veröffentlichungsangaben zum Programm (bei nicht veröffentlichten Programmen: Ansprechpartner für den Bezug)

"Gesundheitstraining in der Medizinischen Rehabilitation - Indikationsbezogene Curricula", Band 1, 2003, DRV (ehem. BfA) Online Version 2010

Das Manual kann direkt von der Homepage der Universität Würzburg (Arbeitsbereich Rehawissenschaften) heruntergeladen werden (ans Ende der Seite scrollen): http://www.psychotherapie.uni-wuerzburg.de/forschung/projekte-koop_18.html

Kosten Kosten des Manuals (bei publizierten Manualen)

online verfügbar

Lizenz Lizenzierungsbestimmungen, die bei der Übernahme eines Programms zu beachten sind. Steht hier "publiziert", ist das Manual veröffentlicht und kann über den Buchhandel bezogen werden.

publiziert

Stand Jahr bzw. Auflage, auf die sich die Informationen dieses Steckbriefs beziehen

überarbeitete Version 2010

Anmerkungen Anmerkungen zum allgemeinen Teil

Ansprechpartner:
Dr. Ulrike Worringen (Tel: 030 865-82087; E-Mail: Dr.Ulrike.Worringen (AT) drv-bund.de )

Inhalte

Zielgruppe der Schulung

Fachgebiet/Indikation Die Indikation(en), für die das Programm entwickelt wurde (und für welche es darüber hinaus geeignet ist)

Erkrankung/Thema Eingrenzung des Themas des Programms: Zum Beispiel die Krankheit, für die mit dem Programm geschult wird oder das Thema, das behandelt wird.

Koronare Herzkrankheit

Zielgruppe der Schulung Gibt an, für welche Zielgruppe das Programm entwickelt wurde.

  • Erwachsene

Ausschlusskriterien Kriterien, nach denen das Programm für bestimmte Personen nicht geeignet ist (z. B. Komorbidität, Alter, Sprache, Geschlecht).

kognitive Beeinträchtigungen und unzureichende Deutschkenntnisse (Sprachverständnis)

Besondere Zielgruppenkriterien Personengruppen, für die das Programm besonders geeignet ist.

Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit in der medizinischen Rehabilitation (Medizinisches Antragsverfahren, Anschlussrehabilitation)

Durchführung und Themen

Setting Kann das Programm ambulant und/oder stationär eingesetzt werden?

stationär

Teilnehmerzahl Im Manual festgelegte Unter- und Obergrenze

Max. 15 Teilnehmer

Anzahl der Einheiten Anzahl der Einheiten (Stunden, Treffen, Sitzungen), die das Manual vorsieht.

5 Einheiten

Dauer einer Einheit Verschiedene Längenangaben mit vorangestellten Zahlen bedeuten, dass die Einheiten unterschiedlich lang sind.

45 Minuten

Frequenz der Einheiten Der Zeitraum, in dem eine komplette Schulung idealerweise stattfinden soll bzw. die Zeit, die mindestens zwischen den Einheiten liegen sollte.

k.A.

Ziele der Schulung Welche Ziele werden mit dem Programm verfolgt? Anmerkungen hierzu:
Training von Fertigkeiten: bezieht sich auf das konkrete Einüben von Fertigkeiten, die in engem Zusammenhang mit Erfordernissen der Krankheit stehen.
Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil: Das Ziel ist im Manual eindeutig thematisiert (z. B. über ein explizites Lernziel) und nimmt im Unterrichtsplan einen gewissen Umfang ein.
Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität: Umfasst emotionale Aspekt der Krankheitsbewältigung (auf den Begriff der Krankheitsbewältigung wird verzichtet, da der Begriff sehr unterschiedlich verwendet wird). Der Punkt umfasst auch Aspekte der Stressbewältigung, wenn es um die Bewältigung von Stress geht, der durch die Krankheit hervorgerufen wurde
Training der sozialen Kompetenz: Auch hier steht die Einübung krankheitsspezifischer Kompetenzen im Vordergrund

  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil
  • Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität

Themen der Schulung Eine kurzes Inhaltsverzeichnis, das eine Übersicht darüber gibt, welche Themen behandelt werden.

  1. Grundlagen kennen lernen: Entstehung, Ursachen, Symptome, Risiko- und Schutzfaktoren
  2. Die medizinische Behandlung kennen lernen: chirurgische Eingriffe, Medikamente
  3. Mit Beschwerden und Beeinträchtigungen im Alltag umgehen lernen
  4. Risikofaktoren positiv verändern: körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Stress
  5. Risikosenkende Verhaltensweisen im Alltag umsetzen

Anmerkungen/Sonstiges Anmerkungen zu den Themen und Inhalten.

Die Lernziele sind im Manual konkret definiert.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden

Methodenliste Die Unterrichtsmethoden, die das Manual vorsieht, um die Lernziele umzusetzen.

  • Vortrag
  • Diskussion
  • Kleingruppenarbeit
  • Einzelarbeit

Anmerkungen zu den Methoden

Zur Schulung existiert ein Patientenheft; Arbeitsblätter zur Einzelarbeit können den Teilnehmern auch als Hausaufgabe mitgegeben werden.

Strukturierungsgrad des Konzepts

Gruppenstruktur Gibt an, ob das gesamte Programm oder Teile nur in geschlossenen oder offenen Gruppen durchgeführt werden sollte.

k.A.

Strukturierungsgrad-Methoden Gibt an wie detailiert den einzelnen Lernzielen konkrete Methoden bzw. Übungsanleitungen zugeordnet sind. .

hoch

Strukturierungsgrad-Zeit Ein hoher zeitlicher Strukturierungsgrad bedeutet, dass im Manual detailierte Zeitvorgaben für die einzelnen Elemente einer Lehreinheit gemacht werden.

hoch

Strukturierungsgrad-Ablauf Ist der Ablauf der Schulungselemente festgelegt oder können bspw. einzelne Module ausgetauscht oder herausgenommen werden?

gering

Anmerkungen Anmerkungen zum Strukturierungsgrad des Konzepts

Bei entsprechenden Ressourcen kann die Dauer einer Einheit auch auf 60 Minuten verlängert werden.

Einbindung externer Ressourcen

Nachsorgemaßnahmen Sind im Manual Maßnahmen für die Zeit nach der Schulung vorgesehen?

k.A.

Vorbereitungsmaßnahmen Sind explizite, vorbereitende Maßnahmen vor Beginn der Schulung vorgesehen?

k.A.

Einbezug von Angehörigen Werden Angehörige einbezogen? Dürfen sie beispielsweise am Unterricht teilnehmen oder werden sie in Übungen eingebunden?

k.A.

Methoden zum Alltagstransfer Das Manual enthält Methoden, die sich explizit mit der konkreten Umsetzung von Lerninhalten in den Alltag der Teilnehmer auseinander setzen.

Erstellung eines Handlungsplans mit persönlichen Gesundheitszielen, Pläne zur Handlungskontrolle (z.B. Protokolle)

Einbezug von Selbsthilfeorganisationen Werden Adressen von Selbsthilfeorganisationen genannt? Wird Kontakt mit Organisationen aufgenommen? Wird ein Vertreter als Gast eingeladen oder eine Selbsthilfeorganisation besucht?

Kontaktadressen von Selbsthilfeorganisationen sollten zur Verfügung gestellt werden.

Sonstiges Anmerkungen zur Einbindung der Schulung.

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozenten

Personal Das Personal (Berufsgruppen), die für die Durchführung der Schulung benötigt werden.

Arzt; Psychologe; Bewegungstherapeut

Qualifikation des Personals Zur Qualifizierung der Schulungsleiter ist eine Fortbildung (z. B. in Form eines Train-The-Trainer-Seminars) empfohlen oder voraussgesetzt.

k.A.

Besonderheiten Gibt es bezüglich des Personals Besonderheiten zu beachten?

k.A.

Ausstattung und Materialien

Materialien der Schulung In der Schulung enthaltene Materialien.

Beispielhafte Folien, Arbeitsblätter, Fragebögen

Zur Schulung gehört auch ein Patientenheft, das die Arbeitsblätter und wichtige Schulungsinhalte zusammenfasst.

Zur Qualitätssicherung stehen Patientenfragebögen, Stundenprotokolblätter und Beobachtungsbögen zur Verfügung

Räumliche Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Räumlichkeiten oder Einrichtungsaspekte notwendig?

Gruppenraum, gegebenenfalls mit Tischen

Besondere materielle Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Gerätschaften oder Gegenstände notwendig?

Beamer/OH-Projektor, Flipchart, anatomische Darstellungen (Schaubild, Modell), Informationsmaterial für Patienten

Evaluation und Publikationen

Evaluation Beschreibung der Evaluationsstudie zum Programm (falls vorhanden).

Quelle

Seekatz, B., Haug, G., Mosler, G., Schwaab, B., Altstidl, R., Worringen, U., Faller, H. & Meng, K. (2013). Entwicklung und kurzfristige Effektivität eines standardisierten Schulungsprogramms für die Rehabilitation bei Koronarer Herzkrankheit. Die Rehabilitation. DOI: http://dx.doi.org/10.1055/s-0032-1327727

Beteiligte

Dr. Karin Meng, Dr. Heiner Vogel, Prof. Dr. Dr. Hermann Faller (Projektleiter, Universität Würzburg, Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften)
Dr. Karin Meng, Dipl.-Psych. Bettina Seekatz (Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen)
Kooperationspartner:
Klinik Höhenried, Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd Klinik Höhenried gGmbH. Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab
Reha-Zentrum Bayerisch Gmain, Klinik Hochstaufen, Dr. med. Günter Haug

Kontext

externe, multizentrische Evaluation

Evaluationsart

summative Evaluation

Design

Multizentrische, quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie

Stichprobe

Rehabilitanden mit der Hauptdiagnose KHK (ICD-10-GM: I20-25, Z95.1, Z95.5); 94 Prozent Männer, Durchschnittsalter 54 jahre, 82 Prozent Erwerbstätige;

Kontrollgruppe

Als Kontrollbedingung wurden die Standardschulungsprogramme der Kliniken (usual care) definiert (Klinik 1: 2 Vorträge, Gesamtdauer 180 min; Klinik 2: 3 indikationsspezifischen Abendvorträge, sowie 1–2 ärztlichen Einheiten zur Gesundheitsinformation als Kleingruppe mit einer Dauer von jeweils 60 min).

Gruppenzuweisung

In den Kliniken wurden zuerst die Kontrollgruppen erhoben. Im Anschluss wurde das Curriculum KHK implementiert und die Daten der Interventionsbedingung erhoben.

Gruppengröße

N = 434 (Interventionsbedingung: 220, Kontrolle: 214)

Katamnese

4 Messzeitpunkte (vor und nach der Reha, nach 6 und nach 12 Monaten)

Erhebungsinstrumente

Primäres Zielkriterium: Krankheits- und Behandlungswissen (Eigenkonstruktion)
Sekundäre Zielkriterien: subjektive Krankheitseinstellungen (IPQ-R), Umgang mit der Krankheit (HeiQ), Einstellung/Compliance bezüglich Medikation (BMQ-D), Motivation/Volition zu Verhaltensänderung und gesundheitsbezogenes Verhalten für körperliche Aktivität (MARS-D, Verhaltensderminanten), Ernährung und Rauchen, subjektiver Gesundheitsstatus und Schulungszufriedenheit (körperl. Aktivität, LML, Rauchen, Fragebogen zum Gesundheitszustand, Schulungsbewertungsbogen)

Ergebnisse

Rehabilitanden der IG weisen am Ende der Rehabilitation ein höheres Krankheits- und Behandlungswissen auf als Teilnehmer der KG (signifikanter, kleiner Gruppenunterschied).

Signifikante kleiner Gruppenunterschiede existieren für einige sekundäre proximale Zielparameter: subjektive Krankheitseinstellungen, Medikamenteneinnahme, volitionalen Determinanten zu körperlicher Aktivität, Schulungszufriedenheit (bzgl. Inhalt, Gruppen- und Interaktionseffekte und Schulungsmaterialien)

distale Zielparameter: kleiner Effekt bzgl. der psychischen Lebensqualität (SF-12), kein Unterschied für die körperliche Lebensqualität

Sonstige Ergebnisse

Die oben angegebene Veröffentlichung berichtet nur kurzfristige Ergebnisse. Ergebnisse der Katamnese lagen im Juli 2013 noch nicht vor.

Diskussion

Die Schulungseinbettung in das Therapiekonzept einer Einrichtung ist von zentraler Bedeutung für die patientenorientierte Vermittlung der Schulungsinhalte, auch wenn sie in der Praxis erhebliche organisatorische Anforderung mit sich bringt.

In der summativen Evaluation wurde die Überlegenheit des Curriculums KHK in Bezug auf den primären Zielparameter Krankheits- und Behandlungswissen belegt. Bei sekundären Zielkriterien konnten einzelne Interventionseffekte zugunsten des neuen Programms nachgewiesen werden. Dies waren subjektive Krankheitsannahmen (Zeitverlauf), Befürchtungen bezüglich der Medikamenteneinnahme, volitionale Verhaltensdeterminanten (Handlungsplanung) und Schulungszufriedenheit als schulungsnahe Ziele sowie die psychische Gesundheit als schulungsfernes Ziel.

Die geringen Effektstärken sind erwartungskonform, da die Intervention mit einem anderen Schulungsprogramm verglichen wurde.

Mögliche Einschränkungen der Generalisierbarkeit des Ergebnisses aufgrund der Stichprobe werden in der Veröffentlichung diskutiert.

Sonstige Publikationen Übersichtsartikel, Poster, Pressemitteilungen etc.

k.A.

Fortbildung (Trainer (TTT)-Seminare)

TTT-Angebot zum Programm Existiert ein externes Fortbildungs (Train-The-Trainer)-Angebot zum Schulungsprogramm?

ja

Verweis auf TTT-Angebot Wer führt die TTT-Maßnahme durch? Wo ist zusätzliche Information zu finden?

Die Deutschen Rentenversicherung Bund bietet ein Train-The-Trainer zu diesem Programm an. Das TTT ist in unserer TTT-Börse beschrieben

Sonstiges

Anmerkungen gesamt Anmerkungen zum gesamten Schulungsprogramm

Der Schwerpunkt einzelner Module liegt auf der Wissensvermittlung. Es wird empfohlen, dass die Themen (wie beispielsweise Begleiterkrankungen, Umgang mit Stress etc.) in weiterführenden Angeboten vertieft werden.

Stand der Information Wann wurde dieser Steckbrief erstellt?

02.07.2013

Bitte beachten Sie:
Die Daten und Beschreibungen zu den Schulungsprogrammen wurden von uns intensiv geprüft. Wir können dennoch keine Garantie für die vollständige Richtigkeit und Aktualität der hier dargestellten Information geben. Sollten Sie einen Fehler oder eine Unschlüssigkeit finden, freuen wir uns über konstruktive Rückmeldungen an kontakt (AT) zentrum-patientenschulung.de.

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© Zentrum Patientenschulung - Letztes Änderungsdatum dieser Seite: 06.03.2017