Schulungsbeschreibung

Diese Seite enthält eine Beschreibung des Schulungsprogramms (zurück zur Schulungsübersicht):
Gesundheitstraining der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehem. BfA) - Rückenschule

Allgemeine Angaben

Zusammenfassung

Autoren Autoren bzw. Herausgeber des Programms

Dr. K. Meng, Dipl.-Psych. B. Seekatz, Dr. H. Roßband, unter Mitarbeit des therapeutischen Teams der Klinik Werra

Kurzbeschreibung Die zentralen Informationen zur Schulung auf einen Blick.

Zielgruppe der Schulung sind Patienten mit (chronischen) Rückenschmerzen und alle interessierten Patienten mit Rückenproblemen. Wichtige Inhalte der Schulung sind Vermittlung von Wissen zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Rückenproblemen, Erarbeitung von Muskelaktivierungsstrategien und günstigen Bewegungsformen im Alltag, Erörterung der positiven Wirkung köperlicher Aktivität sowie Handlungskompetenz bei ihrer Ausführung, Vermittlung eines bio-psychosozialen Krankheitsverständnisses und Aufbau von Bewältigungskompetenz. Die Schulung besteht aus sieben Einheiten und ist für eine Gruppe von mindestens 6 bis maximal 15 Teilnehmer konzipiert. Die Leitung obliegt einem Arzt, sowie einem Psychologen und Physiotherapeuten oder Bewegungstherapeuten, der Schwerpunkt liegt auf den bewegungstherapeutischen Professionen.

Schlagwort Die Keywords, unter denen die Schulung eingeordnet ist.

Rückenschmerzen, Rückenschule

Bezugsquellen und -bestimmungen

Bezug Veröffentlichungsangaben zum Programm (bei nicht veröffentlichten Programmen: Ansprechpartner für den Bezug)

Kosten Kosten des Manuals (bei publizierten Manualen)

online verfügbar

Lizenz Lizenzierungsbestimmungen, die bei der Übernahme eines Programms zu beachten sind. Steht hier "publiziert", ist das Manual veröffentlicht und kann über den Buchhandel bezogen werden.

online verfügbar

Stand Jahr bzw. Auflage, auf die sich die Informationen dieses Steckbriefs beziehen

Online-Version 2010

Anmerkungen Anmerkungen zum allgemeinen Teil

Ansprechpartner:
Dr. Ulrike Worringen (Tel: 030 865-82087; E-Mail: Dr.Ulrike.Worringen (AT) drv-bund.de )

Inhalte

Zielgruppe der Schulung

Fachgebiet/Indikation Die Indikation(en), für die das Programm entwickelt wurde (und für welche es darüber hinaus geeignet ist)

  • Orthopädie

Erkrankung/Thema Eingrenzung des Themas des Programms: Zum Beispiel die Krankheit, für die mit dem Programm geschult wird oder das Thema, das behandelt wird.

Rückenschule, Rückenschmerzen

Zielgruppe der Schulung Gibt an, für welche Zielgruppe das Programm entwickelt wurde.

  • Erwachsene

Ausschlusskriterien Kriterien, nach denen das Programm für bestimmte Personen nicht geeignet ist (z. B. Komorbidität, Alter, Sprache, Geschlecht).

k.A.

Besondere Zielgruppenkriterien Personengruppen, für die das Programm besonders geeignet ist.

  • Patienten mit chronischen Rückenschmerzen
  • interessierte Patienten mit Rückenproblemen in der medizinischen Rehabilitation

Durchführung und Themen

Setting Kann das Programm ambulant und/oder stationär eingesetzt werden?

k.A.

Teilnehmerzahl Im Manual festgelegte Unter- und Obergrenze

mind. 6 Teilnehmer; max. 15 Teilnehmer

Anzahl der Einheiten Anzahl der Einheiten (Stunden, Treffen, Sitzungen), die das Manual vorsieht.

7 Einheiten

Dauer einer Einheit Verschiedene Längenangaben mit vorangestellten Zahlen bedeuten, dass die Einheiten unterschiedlich lang sind.

55 Minuten

Frequenz der Einheiten Der Zeitraum, in dem eine komplette Schulung idealerweise stattfinden soll bzw. die Zeit, die mindestens zwischen den Einheiten liegen sollte.

k.A.

Ziele der Schulung Welche Ziele werden mit dem Programm verfolgt? Anmerkungen hierzu:
Training von Fertigkeiten: bezieht sich auf das konkrete Einüben von Fertigkeiten, die in engem Zusammenhang mit Erfordernissen der Krankheit stehen.
Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil: Das Ziel ist im Manual eindeutig thematisiert (z. B. über ein explizites Lernziel) und nimmt im Unterrichtsplan einen gewissen Umfang ein.
Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität: Umfasst emotionale Aspekt der Krankheitsbewältigung (auf den Begriff der Krankheitsbewältigung wird verzichtet, da der Begriff sehr unterschiedlich verwendet wird). Der Punkt umfasst auch Aspekte der Stressbewältigung, wenn es um die Bewältigung von Stress geht, der durch die Krankheit hervorgerufen wurde
Training der sozialen Kompetenz: Auch hier steht die Einübung krankheitsspezifischer Kompetenzen im Vordergrund

  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil

Themen der Schulung Eine kurzes Inhaltsverzeichnis, das eine Übersicht darüber gibt, welche Themen behandelt werden.

  1. Grundlagen: Information über Rückenschmerzen und Therapiemethoden
  2. Rückengesundheit und Bewegungsverhalten: Aufbau und Funktion der Wirbelsäule, Körperwahrnehmung,Schmerz und Bewegungsverhalten
  3. Körperwahrnehmung und Wirbelsäulenstabilisation
  4. Psychische Faktoren: Hilfe bei der Bewältigung von Schmerzen
  5. Körperhaltung und Bewegungsabläufe im Alltag und Beruf: Günstiges Sitzen, Bücken, Heben, Tragen bei Wirbelsäulenstabilisierung
  6. Körperliche Aktivität im Alltag I
  7. Körperliche Aktivität im Alltag II

Anmerkungen/Sonstiges Anmerkungen zu den Themen und Inhalten.

Die Lernziele sind im Manual konkret definiert.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden

Methodenliste Die Unterrichtsmethoden, die das Manual vorsieht, um die Lernziele umzusetzen.

  • Vortrag
  • Diskussion
  • Verhaltenstraining oder Übung oder Rollenspiel
  • Kleingruppenarbeit
  • Einzelarbeit

Anmerkungen zu den Methoden

Strukturierungsgrad des Konzepts

Gruppenstruktur Gibt an, ob das gesamte Programm oder Teile nur in geschlossenen oder offenen Gruppen durchgeführt werden sollte.

geschlossen

Strukturierungsgrad-Methoden Gibt an wie detailiert den einzelnen Lernzielen konkrete Methoden bzw. Übungsanleitungen zugeordnet sind. .

mittel

Strukturierungsgrad-Zeit Ein hoher zeitlicher Strukturierungsgrad bedeutet, dass im Manual detailierte Zeitvorgaben für die einzelnen Elemente einer Lehreinheit gemacht werden.

hoch

Strukturierungsgrad-Ablauf Ist der Ablauf der Schulungselemente festgelegt oder können bspw. einzelne Module ausgetauscht oder herausgenommen werden?

hoch

Anmerkungen Anmerkungen zum Strukturierungsgrad des Konzepts

Die Reihenfolge der Module ist aufgrund der aufeinander aufbauenden Inhalte festgelegt.

Einbindung externer Ressourcen

Nachsorgemaßnahmen Sind im Manual Maßnahmen für die Zeit nach der Schulung vorgesehen?

k.A.

Vorbereitungsmaßnahmen Sind explizite, vorbereitende Maßnahmen vor Beginn der Schulung vorgesehen?

k.A.

Einbezug von Angehörigen Werden Angehörige einbezogen? Dürfen sie beispielsweise am Unterricht teilnehmen oder werden sie in Übungen eingebunden?

k.A.

Methoden zum Alltagstransfer Das Manual enthält Methoden, die sich explizit mit der konkreten Umsetzung von Lerninhalten in den Alltag der Teilnehmer auseinander setzen.

Erstellen von Handlungs- und Bewegungsplänen für körperliche Aktivität; Trainingsprotokoll zur Handlungskontrolle

Einbezug von Selbsthilfeorganisationen Werden Adressen von Selbsthilfeorganisationen genannt? Wird Kontakt mit Organisationen aufgenommen? Wird ein Vertreter als Gast eingeladen oder eine Selbsthilfeorganisation besucht?

k.A.

Sonstiges Anmerkungen zur Einbindung der Schulung.

k.A.

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozenten

Personal Das Personal (Berufsgruppen), die für die Durchführung der Schulung benötigt werden.

Arzt; Bewegungstherapeut; Physiotherapeut; Psychologe

Qualifikation des Personals Zur Qualifizierung der Schulungsleiter ist eine Fortbildung (z. B. in Form eines Train-The-Trainer-Seminars) empfohlen oder voraussgesetzt.

k.A.

Besonderheiten Gibt es bezüglich des Personals Besonderheiten zu beachten?

Ausstattung und Materialien

Materialien der Schulung In der Schulung enthaltene Materialien.

Folien und Arbeitsblätter; Patienteninformationsheft; Patientenfragebögen; Stundenprotokollblätter

Räumliche Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Räumlichkeiten oder Einrichtungsaspekte notwendig?

k.A.

Besondere materielle Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Gerätschaften oder Gegenstände notwendig?

Beamer; Overhead-Projektor; Filpchart; ggf. Wirbelsäulenmodell; Skelettmodell; Schaubilder; Hilfsmittel wie Stehpult, Lordosekissen, Sitzkeil, Ballkissen, Petziball, Liege, Ball; Hocker; Matten; Bleistifte; Kiste mit Sandsäcken zum Beschweren

Evaluation und Publikationen

Evaluation Beschreibung der Evaluationsstudie zum Programm (falls vorhanden).

Quelle

Meng, K., Seekatz, B., Roßband, H., Worringen, U., Vogel, H. & Faller, H. (2011). Intermediate and long-term effects of a standardized back school for inpatient orthopedic rehabilitation on illness-knowledge and self-management behaviors. A randomized controlled trial. The Clinical Journal of Pain, 27, 248-257.

Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie Universität Würzburg

Beteiligte

Reha-Zentrum Bad Soden, Allendorf

Kontext

interne Evaluation

Evaluationsart

summativ

Design

Kontrollgruppendesign mit Prä-Post-Messung sowie 6- und 12-Monats-Katamnese

Stichprobe

N=360

Patienten einer orthopädischen Rehaklinik mit primärer Diagnose chronischer Kreuzschmerzen

Altersdurchschnitt etwa 50 Jahre, ca. 65% Frauen

Ausschlusskriterien:

  • unzureichende Sprachkenntnisse
  • Alter unter 18 oder über 65
  • Seh- oder Hörschwäche
  • komorbide psychiatrische Erkrankungen
  • schlechter Gesundheitszustand
  • Rentenantrag

Kontrollgruppe

Interventionsgruppe: Patienten erhielten das neue Rückenschulprogramm Kontrollgruppe: Patienten erhielten ein traditionelles Rückenschulprogramm

Gruppenzuweisung

zufällige Gruppenzuweisung mithilfe einer computergenerierten Liste randomisierter Ziffern

Gruppengröße

360 Personen, davon 173 in der Kontrollgruppe und 187 in der Interventionsgruppe

Katamnese

  • Messzeitpunkt 1: bei Aufnahme
  • Messzeitpunkt 2: bei Entlassung
  • Messzeitpunkt 3: nach 6 Monaten
  • Messzeitpunkt 4: nach 12 Monaten

Erhebungsinstrumente

  • Wissen über die Erkrankung (Beurteilung von 45 Aussagen zu Rückenschmerzen bezüglich ihrer Richtigkeit)
  • Körperliche Aktivität (Freiburger Fragebogen zur körperlichen Aktivität FfkA)
  • Haltungsgewohnheiten (Frage nach der Häufigkeit günstiger Körperhaltungen, Bewertung auf Skala von 0-4)
  • Rückenübungen (Frage nach der Häufigkeit bestimmter Rückenübungen in den letzten 3 Wochen, Bewertung auf einer Skala von 1-4)
  • Schmerzbewältigungsstrategien (Fragebogen zur Schmerzverarbeitung FESV)

Schulungsleiter

Kontrollbedingung und Interventionsbedingung wurden von verschiedenen Physiotherapeuten, aber teilweise von denselben Orthopäden und Psychologen geleitet. Die Physiotherapeuten der Interventionsbedingung erhielten TTT-Seminare zur Sicherung des korrekten Behandlungsablaufs.

Primäre Zielgrößen

Patienten der Interventionsgruppe zeigten größeres Wissen über die chronischen Rückenschmerzen und die Behandlung, sowohl bei der Entlassung als auch im 6- und 12-Monate-Follow-up.

Weitere Zielgrößen

Auch bei den Variablen Körperliche Aktivität, Rückenübungen, Haltungsgewohnheiten und Schmerzbewältigungsstrategien wurden kurz- und langfristige Effekte gefunden.

Sonstige Ergebnisse

Es wurden sowohl in der Kontroll- als auch in der Interventionsbedingung Verbesserungen in den Zielgrößen gefunden, die Effekte waren in der Interventionsbedingung jedoch größer.

Einige Behandlungseffekte interagierten mit dem Geschlecht: Die Rückenschule zeigte bessere Effekte bezüglich körperlicher Aktivität und Haltungsgewohnheiten bei Männern als bei Frauen.

Diskussion

Effekte waren (wie erwartet) maximal klein bis mittel, da die Probanden der Kontrollbedingung auch aktiv behandelt wurden und die Rückenschule nur einen geringen Anteil der Gesamtbehandlung in der Rehabilitation ausmacht. Daher wären zur abschließenden Klärung der Effektiviät des neuen Rückenschul-Programms Studien mit einer unbehandelten Kontrollgruppe nötig. Bezüglich der Geschlechtsunterschiede in einigen Variablen stellt sich die Frage, ob Männer ein größeres Bedürfnis nach den angewandten Methoden und Strategien (wie z.B. Planen) haben, oder diese besser umsetzen können. Eine weitere Erklärung wäre, dass Männer und Frauen von verschiedenen Formern der Intervention profitieren. Alles in allem zeigte das Programm gute Ergebnisse in den Selbst-Management-Variablen, was auf den biopsychosozialen, behavioralen und aktivitätsbezogenen Ansatz zurückgeführt werden kann.

Limitationen:

  • fehlende Generalisierbarkeit, da die Studie nur in einer Klinik durchgeführt wurde
  • Randomisierung teilweise auf Gruppen-Ebene
  • Länge der Rückenschulprogramme waren unterschiedlich
  • Verschleierung der Gruppenzugehörigkeit nur für Teile des Programms möglich
  • Gruppengröße für mittlere Effekte kalkuliert
  • kein Fokus auf distalem Behandlungserfolg

Sonstige Publikationen Übersichtsartikel, Poster, Pressemitteilungen etc.

Meng, K., Seekatz, B., Roßband, H., Worringen, U., Faller, H. & Vogel, H. (2009). Entwicklung eines standardisierten Rückenschulungsprogramms für die orthopädische Rehabilitation. Die Rehabilitation, 48, 335-344.

Fortbildung (Trainer (TTT)-Seminare)

TTT-Angebot zum Programm Existiert ein externes Fortbildungs (Train-The-Trainer)-Angebot zum Schulungsprogramm?

ja

Verweis auf TTT-Angebot Wer führt die TTT-Maßnahme durch? Wo ist zusätzliche Information zu finden?

Die Deutschen Rentenversicherung Bund bietet ein Train-The-Trainer zu diesem Programm an. Das TTT ist in unserer TTT-Börse beschrieben

Sonstiges

Anmerkungen gesamt Anmerkungen zum gesamten Schulungsprogramm

Das vorliegende Manual ist eine Ausarbeitung des Curriculum "Rückenschule" des Gesundheitsprogramms der Deutschen Rentenversicherung (Version III). Die zweite Version (BfA, 2005) wurde hinsichtlich des aktuellen Kenntnisstands zur Rehabilitation von Rückenschmerzen und zum Aufbau von Gesundheitsverhalten aktualisiert.

Stand der Information Wann wurde dieser Steckbrief erstellt?

08.11.2006

Bitte beachten Sie:
Die Daten und Beschreibungen zu den Schulungsprogrammen wurden von uns intensiv geprüft. Wir können dennoch keine Garantie für die vollständige Richtigkeit und Aktualität der hier dargestellten Information geben. Sollten Sie einen Fehler oder eine Unschlüssigkeit finden, freuen wir uns über konstruktive Rückmeldungen an kontakt (AT) zentrum-patientenschulung.de.

zurück zum Suchformular

© Zentrum Patientenschulung - Letztes Änderungsdatum dieser Seite: 06.03.2017