Schulungsbeschreibung

Diese Seite enthält eine Beschreibung des Schulungsprogramms (zurück zur Schulungsübersicht):
Schlaftraining mit Krebspatienten - Therapiemanual für ein psychologisches Kurzzeitprogramm

Allgemeine Angaben

Zusammenfassung

Autoren Autoren bzw. Herausgeber des Programms

Rainer Simeit, Beate Conta-Marx
Röpersbergklinik Ratzeburg

Kurzbeschreibung Die zentralen Informationen zur Schulung auf einen Blick.

Das multimodale, psychologische Kurzzeittraining "Schlaftraining mit Krebspatienten" hat als Zielgruppe erwachsene Krebspatienten mit Schlafstörungen. Das Programm ist für die Integration in die stationäre onkologische Rehabilitation konzipiert, ist aber auch im ambulanten oder teilstationären Bereich gut umsetzbar. Der Schwerpunkt des Gruppentrainings liegt auf den Inhalten: Wissen über Schlaf und Möglichkeiten der Einflussnahme, Schlafstörungen bei Krebserkrankungen, Maßnahmen der Schlafhygiene sowie Entspannungsverfahren und kognitive Techniken. Das Programm besteht aus drei psychoedukativen Gruppensitzungen und einer intensiven Anleitung zu spezifischen Entspannungsübungen. Das Programm wird in Gruppen von 5 bis 10 Teilnehmern von einem Arzt oder/und Psychologen durchgeführt, die psychoedukativen Gruppensitzungen sind auf 60 min konzipiert.

Schlagwort Die Keywords, unter denen die Schulung eingeordnet ist.

Schlafstörungen, Krebs, Kurzintervention, Manual

Bezugsquellen und -bestimmungen

Bezug Veröffentlichungsangaben zum Programm (bei nicht veröffentlichten Programmen: Ansprechpartner für den Bezug)

Simeit, R. & Conta-Marx, B. (2004). Schlaftraining mit Krebspatienten: Therapiemanual für ein psychologisches Kurzzeitprogramm. Lage: Jacobs-Verlag.

ISBN-10: 3-89918-131-X
ISBN-13: 978-3899181319

Kosten Kosten des Manuals (bei publizierten Manualen)

19,90 Euro (Stand Feb.06)

Lizenz Lizenzierungsbestimmungen, die bei der Übernahme eines Programms zu beachten sind. Steht hier "publiziert", ist das Manual veröffentlicht und kann über den Buchhandel bezogen werden.

publiziert

Stand Jahr bzw. Auflage, auf die sich die Informationen dieses Steckbriefs beziehen

  1. Auflage 2004

Anmerkungen Anmerkungen zum allgemeinen Teil

Inhalte

Zielgruppe der Schulung

Fachgebiet/Indikation Die Indikation(en), für die das Programm entwickelt wurde (und für welche es darüber hinaus geeignet ist)

  • indikationsübergreifend
  • Onkologie

Erkrankung/Thema Eingrenzung des Themas des Programms: Zum Beispiel die Krankheit, für die mit dem Programm geschult wird oder das Thema, das behandelt wird.

Krebs

Zielgruppe der Schulung Gibt an, für welche Zielgruppe das Programm entwickelt wurde.

  • Erwachsene

Ausschlusskriterien Kriterien, nach denen das Programm für bestimmte Personen nicht geeignet ist (z. B. Komorbidität, Alter, Sprache, Geschlecht).

k.A.

Besondere Zielgruppenkriterien Personengruppen, für die das Programm besonders geeignet ist.

Krebspatienten mit Insomnien

Durchführung und Themen

Setting Kann das Programm ambulant und/oder stationär eingesetzt werden?

für ambulantes und stationäres Setting umsetzbar

Teilnehmerzahl Im Manual festgelegte Unter- und Obergrenze

5 - 10 Teilnehmer

Anzahl der Einheiten Anzahl der Einheiten (Stunden, Treffen, Sitzungen), die das Manual vorsieht.

4 Einheiten (nach Indikationsstellung):

  • 1 Einführung in Entspannungsübungen
  • 3 Gruppensitzungen

Dauer einer Einheit Verschiedene Längenangaben mit vorangestellten Zahlen bedeuten, dass die Einheiten unterschiedlich lang sind.

60 Minuten (verlängerbar bei größeren Gruppen)

Frequenz der Einheiten Der Zeitraum, in dem eine komplette Schulung idealerweise stattfinden soll bzw. die Zeit, die mindestens zwischen den Einheiten liegen sollte.

wöchentlich

Ziele der Schulung Welche Ziele werden mit dem Programm verfolgt? Anmerkungen hierzu:
Training von Fertigkeiten: bezieht sich auf das konkrete Einüben von Fertigkeiten, die in engem Zusammenhang mit Erfordernissen der Krankheit stehen.
Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil: Das Ziel ist im Manual eindeutig thematisiert (z. B. über ein explizites Lernziel) und nimmt im Unterrichtsplan einen gewissen Umfang ein.
Unterstützung zur Reduktion von Angst und Depressivität: Umfasst emotionale Aspekt der Krankheitsbewältigung (auf den Begriff der Krankheitsbewältigung wird verzichtet, da der Begriff sehr unterschiedlich verwendet wird). Der Punkt umfasst auch Aspekte der Stressbewältigung, wenn es um die Bewältigung von Stress geht, der durch die Krankheit hervorgerufen wurde
Training der sozialen Kompetenz: Auch hier steht die Einübung krankheitsspezifischer Kompetenzen im Vordergrund

  • Wissenserwerb
  • Training von Fertigkeiten
  • Einstellung zu gesundheitsgerechtem Lebensstil

Themen der Schulung Eine kurzes Inhaltsverzeichnis, das eine Übersicht darüber gibt, welche Themen behandelt werden.

Kognitive und emotionale Aspekte:

  • Wissen über die Bedeutung des Schlafs; Neubewertung typischer Kognitionen
  • Vermittlung eigener Einflussmöglichkeiten auf das Schlafgeschehen mittels Entspannung und kognitiver Techniken

Aktionale Aspekte:

  • Verbesserung des Schlafumfelds mittels Maßnahmen der Schlafhygiene
  • Reduzierung der typischen schlafstörenden Muskelanspannungen

Anmerkungen/Sonstiges Anmerkungen zu den Themen und Inhalten.

Lernziele werden auf inhaltlicher, motivationaler und psychologischer Ebene konkret definiert. Eine Aufteilung der Themen auf die Gruppensitzungen wird explizit vorgeschlagen.

Didaktik und Methoden

Benutzte Methoden

Methodenliste Die Unterrichtsmethoden, die das Manual vorsieht, um die Lernziele umzusetzen.

  • Vortrag
  • Diskussion
  • Verhaltenstraining oder Übung oder Rollenspiel
  • Einzelarbeit

Anmerkungen zu den Methoden

Phasen der Wissensvermittlung werden auf ein erforderliches Maß reduziert. Parallel zum edukativen Teil lernen und üben die Teilnehmer spezifisch modifizierte Entspannungsverfahren und üben ergänzend selbständig mittels Audiokassette und Abspielgerät.

Strukturierungsgrad des Konzepts

Gruppenstruktur Gibt an, ob das gesamte Programm oder Teile nur in geschlossenen oder offenen Gruppen durchgeführt werden sollte.

k.A.

Strukturierungsgrad-Methoden Gibt an wie detailiert den einzelnen Lernzielen konkrete Methoden bzw. Übungsanleitungen zugeordnet sind. .

mittel

Strukturierungsgrad-Zeit Ein hoher zeitlicher Strukturierungsgrad bedeutet, dass im Manual detailierte Zeitvorgaben für die einzelnen Elemente einer Lehreinheit gemacht werden.

mittel

Strukturierungsgrad-Ablauf Ist der Ablauf der Schulungselemente festgelegt oder können bspw. einzelne Module ausgetauscht oder herausgenommen werden?

hoch

Anmerkungen Anmerkungen zum Strukturierungsgrad des Konzepts

Neben der Vorgabe der Reihenfolge der Themen und der Zeiten sind die einzelnen Inhalte bei den Gruppensitzungen stichpunktartig aufgelistet. Weitergehende Informationen können den verschiedenen Kapiteln des Buches entnommen werden.

Einbindung externer Ressourcen

Nachsorgemaßnahmen Sind im Manual Maßnahmen für die Zeit nach der Schulung vorgesehen?

Vorgeschlagen wird ein Angebot zur Kontaktaufnahme bei Problemen.

Vorbereitungsmaßnahmen Sind explizite, vorbereitende Maßnahmen vor Beginn der Schulung vorgesehen?

Erfassung von Schlafstörungen (Ausmaß und bisherige Behandlung) im Rahmen der ärztlichen Aufnahme und Indikationsstellung.

Einbezug von Angehörigen Werden Angehörige einbezogen? Dürfen sie beispielsweise am Unterricht teilnehmen oder werden sie in Übungen eingebunden?

k.A.

Methoden zum Alltagstransfer Das Manual enthält Methoden, die sich explizit mit der konkreten Umsetzung von Lerninhalten in den Alltag der Teilnehmer auseinander setzen.

Techniken des Gedankenstopps und der Aufmerksamkeitslenkung, Verbesserung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Erlernen von spezifischen Entspannungstechniken, Maßnahmen zur Schlafhygiene, Erstellung eines individuellen Umsetzungs- und Zielplans

Im Training weiter zu beachten sind:

  • Identifikation und Besprechung möglicher Störquellen für Fort- und Umsetzung der Übungen zu Hause
  • Vorbereitung auf mögliche Belastungen zu Hause, die das Schlafen negativ beeinflussen können
  • Anleitung für die Fortsetzung der Entspannungsübungen
  • Schaffen einer Zielmotivation
  • Verweis auf weitere Behandlungsmaßnahmen vor Ort

Einbezug von Selbsthilfeorganisationen Werden Adressen von Selbsthilfeorganisationen genannt? Wird Kontakt mit Organisationen aufgenommen? Wird ein Vertreter als Gast eingeladen oder eine Selbsthilfeorganisation besucht?

k.A.

Sonstiges Anmerkungen zur Einbindung der Schulung.

Das vorgstellte Schlaftraining erfolgt integriert in einer stationären oder ambulanten onkologischen Rehabilitation. Die inhaltliche Integrierbarkeit, sowie die zeitliche Durchführbarkeit in einer Rehabilitationsdauer von 3 bis 4 Wochen werden vorausgesetzt.

Rahmenbedingungen

Angaben zu den Dozenten

Personal Das Personal (Berufsgruppen), die für die Durchführung der Schulung benötigt werden.

Arzt; Psychologe

Qualifikation des Personals Zur Qualifizierung der Schulungsleiter ist eine Fortbildung (z. B. in Form eines Train-The-Trainer-Seminars) empfohlen oder voraussgesetzt.

k.A.

Besonderheiten Gibt es bezüglich des Personals Besonderheiten zu beachten?

k.A.

Ausstattung und Materialien

Materialien der Schulung In der Schulung enthaltene Materialien.

Schlaffragebogen, Abdruck der Overheadfolien und Arbeitsblätter (DIN-A 5) incl. weiterer Folienerläuterungen und entsprechender Hintergrundinformation, Texte der modifizierten Entspannungsübungen (AT und PMR mit Anregungen zum Gedankenstopp und zur kognitiven Umstrukturierung), weiterführende Literaturangaben, Information zu Schlafstörungen allgemein

Räumliche Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Räumlichkeiten oder Einrichtungsaspekte notwendig?

k.A.

Besondere materielle Voraussetzungen Sind zur Durchführung besondere Gerätschaften oder Gegenstände notwendig?

Overheadprojektor; Kassetten und Abspielgeräte

Evaluation und Publikationen

Evaluation Beschreibung der Evaluationsstudie zum Programm (falls vorhanden).

Quelle

Simeit, R. & Conta-Max, B. (2004). Schlaftraining mit Krebspatienten. Therapiemanual für ein psychologisches Kurzzeitprogramm. Lage: Jakobs Verlag.

Beteiligte

Röpersbergklinik Ratzeburg

Kontext

interne Studie der onkologischen Rehabilitationsklinik Röpersberg Ratzeburg

Evaluationsart

summative, interne Evaluation

Design

längsschnittliches Kontrollgruppendesign

Stichprobe

229 stationäre Patienten mit unterschiedlichen Krebbsdiagnosen, die an Schlafstörungen vom Typ Insomnie leiden.

Kontrollgruppe

Intervention (n=151): Aufnahme und Einführungsgespräch, 3-4 mal pro Woche Entspannungstraining (Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training), drei wöchentliche edukative Gruppensitzungen zum Schlaftraining, Abschlussgespräch Innerhalb der Interventionsgruppe: PMR-Training (n=80), Autogenes Training (n=71); Patientienten entscheiden sich selbst für eine der beiden Interventionsgruppen.

Kontrollgruppe (n=78): keine Gruppentherapie mit Schlaftraining (nur Entspannungsverfahren)

Gruppenzuweisung

Keine Angaben

Gruppengröße

Interventionsgruppe: n=151; PMR: n=80; AT n=71

Kontrollgruppe: n=78

Katamnese

  • prä, post (T0/T1)
  • sechs-Wochen- und sechs-Monatskatamnese (T2/T3)

Erhebungsinstrumente

Schlafverhalten (Einschlaflatenz, Schlafdauer, Schlafefffizienz, subjektive Schlafqualität, Tagesform, Tagesmüdigkeit, Medikamentengebrauch) wird mit einer modifizierten Form des Pittsburg Sleep Quality Index (PSQI) erhoben.

Lebensqualität: EORTC-QLQ C30

Schulungsleiter

Die Gruppensitzungen werden von Psychologen/Ärzten durchgeführt.

Primäre Zielgrößen

Schlafverhalten: Prä-Post-Messung (T0 - T1): starke Verbesserung von EG und KG im Schlafverhalten. Die beiden Trainingsgruppen (EG) haben signifikant größere Zugewinne. Sechs-Wochenkatamnese (T1-T2): weitere Zugewinne; tendenziell stärkerer Profit in den beiden Trainingsgruppen. Sechs-Monatskatamnese (T2-T3): kaum Veränderungen. Hohe Stabilität der Effekte.

Lebensqualität: Prä-Post-Messung (T0-T1): Verbesserung auf allen Parametern der Lebensqualität. Sechs-Wochenkatamnese (T1-T2): Stabile Werte oder Zugewinne (Ausnahme: Erschöpfbarkeit/Fatigue) Sechs-Monatskatamnese (T2-T3): kaum Veränderungen. Hohe Stabilität der Effekte.

Keine Unterschiede in den Trainingseffekten zwischen PMR und Autogenem Training.

66%-75% der Patienten haben vom zusätzlichen Gruppenangebot positiv profitiert.

Sonstige Ergebnisse

Es werden keine Effektstärken berichtet.

Diskussion

Die Ergebnisse zeigen, dass die zusätzlich zur Vermittlung von Entspannungstechniken durchgeführten Gruppensitzungen einen deutlichen positiven Effekt erbringen. Die Verbesserungen sind am deutlichsten zwischen T0 und T1 (Aufnahme bzw. Entlassung); die Verfahren erbringen also schnell (innerhalb von drei Wochen) Effekte. Diese Effekte erweisen sich in weiten Teilen als nachhaltig, wie die sechs-Wochen- und sechs-Monats-Katamnesen zeigen. Besonders erwähnenswert ist die drastische Reduzierung von Schlafmitteln in den Trainingsgruppen über die Zeit.

Sonstige Publikationen Übersichtsartikel, Poster, Pressemitteilungen etc.

k.A.

Fortbildung (Trainer (TTT)-Seminare)

TTT-Angebot zum Programm Existiert ein externes Fortbildungs (Train-The-Trainer)-Angebot zum Schulungsprogramm?

k.A.

Verweis auf TTT-Angebot Wer führt die TTT-Maßnahme durch? Wo ist zusätzliche Information zu finden?

k.A.

Sonstiges

Anmerkungen gesamt Anmerkungen zum gesamten Schulungsprogramm

Stand der Information Wann wurde dieser Steckbrief erstellt?

13.02.2007

Bitte beachten Sie:
Die Daten und Beschreibungen zu den Schulungsprogrammen wurden von uns intensiv geprüft. Wir können dennoch keine Garantie für die vollständige Richtigkeit und Aktualität der hier dargestellten Information geben. Sollten Sie einen Fehler oder eine Unschlüssigkeit finden, freuen wir uns über konstruktive Rückmeldungen an kontakt (AT) zentrum-patientenschulung.de.

zurück zum Suchformular

© Zentrum Patientenschulung - Letztes Änderungsdatum dieser Seite: 06.03.2017